Yuishinkan

Allgemeines zum Yuishinkan

Yuishinkan Goju-Ryu Karate-Do wurde entwickelt von Sensei Tomuharu Kisaki, 9.Dan, aus Osaka, Japan. Er war direkter Schüler von Sensei Miyagi. Er starb  im März 1995 76-jährig in seinem Haus in Osaka. Er war der letzte der Meisterschüler Miyagis.Sensei Kisaki in Kamen mit Kata Seeinchin. Kisaki wurde 1920 geboren und stammte aus einer alten Samurai-Familie. Sein Interesse an Karate wurde schon früh geweckt und er erlernte diese Kampfkunst beim Gründer des Goju-Ryu Sensei Miyagi, und dessen Nachfolger G. Yamaguchi (genannt "die Katze"). Sensei Kisaki war in Japan eine große Karate-Persönlichkeit. Er war Präsident des Karate-Studentenverbandes und hatte eine Professur über Budo-Künste inne. 

Sensei KisakiKisakis Dojo trägt den Namen Yuishinkan, was soviel bedeutet wie "Halle des tapferen (mutigen) Herzens". Der Grund für diesen Namen liegt in der besonderen Zielsetzung dieser nach dem Namen Yuishinkan bennanten Unterströung des Goju-Ryu: Kisaki praktizierte ein besonders intensives Kraft-- und Abhärtungstraining, und legte großen Wert auf realistisches Selbstverteidigungstraining. Hieraus entsprang die Trainingsform des Tegumi, eine Art des freien Kampfes, wo alle Techniken erlaubt sind, inklusive Würfen mit anschließendem Bodenkampf. Hieraus ergibt sich, daß im Yuishinkan vor allem Techniken aus dem Infight-Bereich geübt werden, d.h. kurze Arm- und Beintechniken.

Durch seine Erfahrung im Judo (Kisaki hatte den 3. Dan) flossen auch hieraus viele Elemente in das Yuishinkan ein. Der Bodenkampf war lange Bestandteil einer Prüung zu höheren Kyu- und Dan-Graden. Um einen Gegner überhaupt zu Boden zu bringen, bedarf es natürlich diverser Würfe. Um diese gezielt zu trainieren, entwarf Kisaki ein System von 24 festgelegten Angriffs-Abwehr-Kombinationen mit abschließendem Wurf (Nage-Waza). Dieses Vorbild wurde in Deutschland, nicht zuletzt durch die Initiative von Fritz Nöpel, in die allgemeingütige Prüfungsordnung des Goju-Ryu in Deutschland aufgenommen, wo nun ab 3.Kyu 3 Kombinationen mit abschließendem Wurf gefordert werden. In den letzten Jahren besuchte Sensei Kisaki regelmäßig Deutschland und nahm am internationalen Sommerlehrgang in Kamen teil. Sein großes Wissen und seine Art zogen viele Interessierte aus allen Teilen Deutschlands und Europa an. Sein Tod hinterläßt eine schmerzliche Lücke. Zu seinem Nachfolger bestimmte Sensei Kisaki Sensei Shigeru Nagoya, 7. Dan, ebenfalls aus Osaka.

noepel-kisaki.1Yuishinkan in Deutschland ist vor allem mit einer Person verbunden: Fritz Nöpel, 7. Dan, aus Kamen, nähe Dortmund. Er verließ Deutschland 1954 mit dem für eine Reise zu den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne, Australien. Man mag sich fragen: 2 Jahre für eine solche Reise? Selbstverständlich, wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist!  Die Reise führte durch 27 Länder, u.a. China, Hongkong und Taiwan, wo er die ersten Begegnungen mit Kampfkünsten hatte. Glücklicherweise kam er nie in Australien an, denn in Osaka, Japan, traf er auf Sensei T. Kisaki, in dessen Dojo er trainieren durfte (als Ausländer sicher keine Selbstverständlichkeit!). Hier trainierte er (mit Pausen) 13 Jahre lang und kehrte 1967 mit seiner japanischen Frau nach Deutschland zurück, kurz nachdem er bei Sensei Kisaki die Prüfung zum 4. Dan abgelegt hatte. Im gleichen Jahr gründete er die erste Goju-Ryu Gruppe Deutschlands im PSV-Dortmund. 1982 gründete er den Karate-Club-Kamen, dem er auch heute noch vorsteht. 1993 wurde auf seine Initiative der Europäische Goju-Ryu Karate-Do Verband (EGKF) ins Leben berufen, dessen Vorsitzender er ebenfalls ist. Fritz Nöpel ist offizieller Beauftragter des Goju-Ryu für Deutschland.
Seine Weisungen und Erklärungen sind bindend. Der Gründer des Dojos Ochtrup "Ulrich Schlee " ist wiederum Schüler von Fritz Nöpel.

(Carsjen van Schwartzenberg)